Chronik unserer Jugendfeuerwehr

Dem zahlenmäßigen Mangel an Feuerwehrmännern im Jahre 1966 sollte durch die Gründung einer Jugendfeuerwehr als Nachwuchsorganisation begegnet werden.
Am 01.10.1966 wurde auf einer Mitgliederversammlung die Jugendfeuerwehr Rensefeld gegründet.
Die Idee dazu hatten der damalige Ortswehrführer Harald Kletzin und der Kamerad Gerhard Andersson. Durch die vorherige Werbung in Bad Schwartau konnten am Gründungstag 17 Jungen aufgenommen werden.
Damit begannen allerdings erst die eigentlichen Probleme, es mussten eine Jugendordnung und Uniformen her. Ein Teil der Uniformen stiftete die Feuerwehrunfallkasse Schleswig-Holstein unter dem damaligen Leiter und späteren Landesbrandmeister Paul Augustin. Nach einem gründlichen Ausbildungsjahr kam für die Jugendfeuerwehr die Zeit, auch an Wettbewerben, Treffen, Fahrten und Zeltlagern teilzunehmen. Es dauerte nicht lange, bis der erste Sieg errungen war. Der von dem damaligen Kreisjugendwart Peter Rickert gestiftete Kreispokal wurde von der Jugendfeuerwehr Rensefeld dreimal in Folge gewonnen. Der Pokal konnte somit bei der Jugendfeuerwehr verbleiben und steht noch heute im Jugendfeuerwehrkeller im Feuerwehrhaus. Im Jahre 1967 errang die Jugendfeuerwehr Rensefeld ihr Ansehen durch die Aufnahme in den Stadtjugendring, dem Zusammenschluss aller anerkannten Jugendgruppen in Bad Schwartau. Ihre Fahne erhielt die Jugendfeuerwehr 1970, im gleichen Jahr wurde die Fahnenweihe vollzogen. Völlig neue Wege beschritten die Rensefelder Feuerwehrkameraden anlässlich der 10-Jahresfeier der Jugendfeuerwehr und gründeten am 03.10.1976 als erste in Schleswig-Holstein eine Mädchenfeuerwehr. Diese Entscheidung der Wehr verunsicherte die Feuerwehrinstanzen, da man Mädchen in den Feuerwehren nur aus Spielmannszügen kannte und selbst im Brandschutzgesetz nur von „Feuerwehrmännern“ die Rede war. Der Magistrat der Stadt Bad Schwartau war ebenfalls nicht sonderlich begeistert, da er nicht der Meinung war, dass Mädchen Feuerwehruniformen tragen sollten. Unvorstellbar war zu dieser Zeit auch, dass Mädchen nach dem Übertritt in die aktive Wehr an realen Einsätzen teilnehmen sollten. Problematisch war auch die Beschaffung der Bekleidung, eine bis heute unbekannte Spenderin stiftete die Übungsanzüge, Käppis und Gürtel. Im August 1980 nahmen erstmalig zwei Rensefelder Mädchen an der Abnahme der Leistungsspange mit Erfolg teil. Von diesem Tag an war die Jugendfeuerwehr eine gemischte Gruppe, die jetzt auch gemeinsam Dienst hatten. Das wird bis zum heutigen Tage so beibehalten. Die Leitung der Jugendfeuerwehr wurde von bisher insgesamt 6 Jugendwarten wahrgenommen, erster Jugendwart wurde 1966 Gerhard Andersson, der später Ortswehrführer wurde. Sein Nachfolger wurde dann Jürgen Flügge, später viele Jahre lang Gemeindewehrführer in Bad Schwartau. Danach kam Gerhard Frank. Nach seinem Ausschied aus der Wehr folgten die Jugendwarte Heino Mustin und Günter Nell. Beide sind inzwischen, nach erreichen der Altersgrenze, in der Ehrenabteilung. Seit 1992 ist der Kamerad Olaf Dreyer der Jugendwart der JF Rensefeld. Sein Stellvertreter ist ebenfalls seit 1992 Stefan Bollmann. Beide haben 1980 als 12-jährige ihren Dienst in der Jugendfeuerwehr begonnen und waren selbst Jugendgruppenleiter und danach Betreuer, damit sind sie das dienstälteste Jugendwart-Team im Kreis Ostholstein. Die Mädchen der JF Rensefeld wurden zuerst von Heide-Marie Höppner und später von den Kameradinnen Monika Lackner, Gunda Scheel und Astrid Martens betreut. Die heutige Betreuerin ist Cornelia Piper. In der Jugendfeuerwehr werden die Jugendlichen bei den regelmäßigen Übungsabenden auf den Dienst in der aktiven Feuerwehr vorbereitet. Dabei wird mit allen Fahrzeugen und Geräten geübt. Die weitere Ausbildung wird dann in Lensahn, in Lehrgängen der Kreisjugendfeuerwehr, durchgeführt. So haben im Laufe der Jahre fast 70% der aktiven Kameraden ihre Grundausbildung bei der Jugendfeuerwehr bekommen. Aktuelle Beispiele für eine „Feuerwehrkarriere“ aus der Jugendfeuerwehr sind der heutige Ortswehrführer Joachim Kendziorra, der Schriftführer Udo Loddoch, die Gerätewarte Volker Andersson und Christian Szarata, die Gruppenführer Rainer Krug, Olaf Dreyer und als erste Frau in diesem Amt Cornelia Piper. Der Kamerad Manfred Lehmann ist heute bei der Berufsfeuerwehr Lübeck. Jugendarbeit besteht in der Jugendfeuerwehr nicht nur auch feuerwehrtechnischer Ausbildung, sondern zu einem großem Anteil auch aus Freizeitaktivitäten wie Sport, Spiel, Fahrten zu Treffen und Wettbewerben. Regelmäßig unternimmt die JF Rensefeld auch Fahrten zu Kreis- und Landeszeltlagern. Wir können auf viele Ferienfreizeiten zurückblicken, die uns nach Norwegen, Rüdesheim, Nordstrand, Sielmingen, Scharzfeld und Hohegeiß im Harz, Eschershausen und Bodenwerder führten. Die Zeltlager besuchten wir in Scharbeutz, Lenster- Strand, List/Sylt, Kiel und in Ebeltoft/Dänemark. Seit vielen Jahren wird in Schleswig-Holstein die Leistungsspange der schleswig-holsteinischen Jugendfeuerwehr an Jugendwarte für herausragende Jugendarbeit verliehen. Insgesamt wurde diese hohe Auszeichnung sechsmal an Jugendwarte der JF Rensefeld verliehen: Günter Nell bekam die Spange in Gold, Gerhard Andersson, Olaf Dreyer und Heino Mustin in Silber, Monika Lackner und Stefan Bollmann bekamen sie in Bronze.